Umweltschutz
Umweltschutz in der IT umfasst den gesamten Lebenszyklus: Beschaffung, energieeffizienten Betrieb, lange Nutzungsdauer, Wiederverwendung und fachgerechte Entsorgung. Eine Maßnahme ist nur dann überzeugend, wenn ökologische Wirkung, technische Eignung und Wirtschaftlichkeit gemeinsam betrachtet werden.
Lebenszyklus statt Einzelverbrauch betrachten
Umweltwirkungen entstehen bei Rohstoffgewinnung, Herstellung, Transport, Nutzung und Entsorgung. Ein sparsames Gerät kann durch sehr kurze Nutzungsdauer dennoch ungünstig sein. Reparierbarkeit, Erweiterbarkeit und Wiederverwendung verlängern den Lebenszyklus und vermeiden Herstellungsaufwand.
Beschaffungsentscheidungen berücksichtigen deshalb Energiebedarf, Material, Verpackung, Service, Ersatzteile und Rücknahme.
| Phase | Mögliche Maßnahme |
|---|---|
| Beschaffung | bedarfsgerecht dimensionieren und langlebige Geräte wählen |
| Nutzung | Energiesparfunktionen und bedarfsgerechte Auslastung einsetzen |
| Wartung | reparieren, aufrüsten und Komponenten weiterverwenden |
| Wiederverwendung | Geräte sicher löschen und erneut einsetzen |
| Entsorgung | getrennt sammeln und zertifizierten Entsorgungsweg nutzen |
Energiebedarf berechnen und senken
Elektrische Arbeit beziehungsweise Energie ergibt sich aus Leistung und Zeit. Für Kosten wird der Verbrauch in kWh mit dem Preis pro kWh multipliziert. Bei mehreren Geräten sind Anzahl und Betriebszeiten zu berücksichtigen. Messwerte sind aussagekräftiger als maximale Netzteilleistung.
Einsparungen entstehen durch Standby-Regeln, Abschaltung ungenutzter Systeme, effiziente Hardware, Konsolidierung und angepasste Kühlung. Eine Konsolidierung darf Verfügbarkeit und Leistung nicht gefährden.
- Watt in Kilowatt umrechnen
- unterschiedliche Betriebszustände getrennt berechnen
- Jahreslaufzeit realistisch bestimmen
- Einsparung mit Investitions- und Betriebskosten vergleichen
- Rebound-Effekte durch zusätzliche Nutzung berücksichtigen
Rechenzentrum und Infrastruktur effizient betreiben
Neben IT-Geräten verbrauchen Kühlung, USV und Stromverteilung Energie. Der PUE-Wert setzt Gesamtenergie des Rechenzentrums ins Verhältnis zur Energie der IT-Systeme. Ein Wert nahe 1 bedeutet geringen zusätzlichen Infrastrukturverbrauch, sagt aber nichts über die sinnvolle Auslastung der IT selbst aus.
Warme und kalte Luftführung, freie Luftwege, passende Temperaturbereiche und überwachte Auslastung verbessern Effizienz. Überdimensionierte Systeme verursachen auch im Leerlauf Verbrauch.
| Maßnahme | Zu prüfender Nebeneffekt |
|---|---|
| Serverkonsolidierung | Ausfallwirkung und Lizenzierung |
| höhere Raumtemperatur | Herstellervorgaben und Hotspots |
| USV im optimalen Lastbereich | notwendige Überbrückungszeit und Redundanz |
| automatische Abschaltung | Wiederanlauf und Betriebszeiten |
| Cloud-Nutzung | tatsächlicher Ressourcenbedarf und Datenübertragung |
Ressourcen und Verbrauchsmaterial reduzieren
Digitale Prozesse sparen nicht automatisch Ressourcen. Datenhaltung, Übertragung und Endgeräte verursachen ebenfalls Aufwand. Aufbewahrungsfristen, Datenklassifikation und kontrollierte Löschung vermeiden unnötiges Wachstum.
Druck wird durch digitale Freigaben, Duplex und bedarfsgerechte Ausgabe reduziert. Verbrauchsmaterialien und Batterien werden getrennt gesammelt.
- nur erforderliche Daten und Sicherungsgenerationen aufbewahren
- Test- und Altsysteme regelmäßig stilllegen
- Druckvorgaben an tatsächlichen Prozess anpassen
- Verpackungen und Rücknahmesysteme bei Beschaffung berücksichtigen
Datenschutzgerechte Wiederverwendung und Entsorgung
Vor Weitergabe oder Entsorgung müssen Daten entsprechend Schutzbedarf sicher gelöscht werden. Einfaches Löschen entfernt häufig nur Verweise. Geeignete Verfahren hängen von Datenträger, Verschlüsselung und weiterer Nutzung ab. Defekte Datenträger können eine physische Vernichtung erfordern.
Der Entsorgungsweg und die Übergabe werden dokumentiert. Geräte, Batterien und Datenträger gehören nicht in den normalen Hausmüll.
Schutzbedarf und Datenträgertyp feststellen.
noch benötigte Daten kontrolliert übernehmen.
geeignetes Lösch- oder Vernichtungsverfahren anwenden.
Gerät, Seriennummer, Verfahren und Übergabe dokumentieren.
Wiederverwendung vor fachgerechter stofflicher Verwertung prüfen.
Wirtschaftlichkeit von Umweltmaßnahmen
Viele Maßnahmen senken gleichzeitig Energie- und Betriebskosten. Zur Bewertung werden Investition, jährliche Einsparung, Nutzungsdauer und Risiken betrachtet. Eine einfache Amortisationsrechnung zeigt, wann die Einsparungen die Investition erreichen.
Nicht jede ökologische Wirkung lässt sich vollständig in Euro ausdrücken. Gesetzliche Anforderungen und Unternehmensziele können zusätzliche Entscheidungskriterien sein.
- Ausgangsverbrauch und erwarteten Zielverbrauch offenlegen
- gleiche Nutzungsleistung vergleichen
- Energiepreis und Nutzungsdauer als Annahmen kennzeichnen
- Entsorgungs- und Wartungskosten einbeziehen
Typischer Lösungsweg in der Prüfung
- Lebenszyklus und funktionalen Bedarf gemeinsam betrachten.
- Energie mit Leistung, Zeit, Anzahl und korrekter Einheit berechnen.
- Messwert und Nennleistung unterscheiden.
- Einsparung auf gleichen Betrachtungszeitraum beziehen.
- Wiederverwendung nur nach sicherer Datenlöschung empfehlen.
- Ökologische und wirtschaftliche Wirkung nachvollziehbar begründen.
