Die Abschlusspräsentation
Die Abschlusspräsentation ist eine eigenständige Prüfungsleistung: Sie verdichtet das betriebliche Projekt zu einer verständlichen, zielgerichteten Geschichte und macht insbesondere fachliche Entscheidungen, gelöste Probleme sowie den nachweisbaren Projektnutzen sichtbar. Sie ist keine vorgelesene Kurzfassung der Dokumentation. Entscheidend sind eine klare Auswahl, nachvollziehbare Begründungen und ein sicherer Vortrag innerhalb der vorgegebenen Zeit.
Ein FISI-Projekt in 15 Minuten verständlich machen
Die Präsentation verdichtet die 40-stündige Projektarbeit auf die Entscheidungen und Ergebnisse, an denen Systemintegrationskompetenz erkennbar wird. Nicht die Anzahl konfigurierter Optionen ist entscheidend, sondern wie Anforderungen in eine Architektur übersetzt, Alternativen abgewogen, Betriebsrisiken kontrolliert und die Zielerreichung nachgewiesen wurden.
Ein gut geeigneter roter Faden lautet beispielsweise: Ausfall- oder Sicherheitsproblem im Ist-Zustand, messbare Anforderungen, zwei realistische Lösungswege, begründete Zielarchitektur, kontrollierte Migration, aussagekräftige Tests und betrieblicher Nutzen. Ein vereinfachter Netz- oder Architekturplan verbindet diese Schritte häufig besser als viele Produktscreenshots.
| Präsentationsmoment | FISI-spezifischer Schwerpunkt |
|---|---|
| Ausgangslage | Betroffene Dienste, Nutzer, Netze, Abhängigkeiten und konkretes Betriebsproblem |
| Entscheidung | Sicherheit, Verfügbarkeit, Leistung, Kompatibilität, Kosten und Betriebsaufwand |
| Umsetzung | Change- und Migrationsweg, kritische Schnittstellen sowie eigener Anteil |
| Qualität | Wenige starke Tests: Sollwert, Messmethode, Istwert und Bewertung |
| Ergebnis | Verbesserter Betrieb, Abnahme, verbleibende Risiken und nächste sinnvolle Schritte |
Prüfungsziel und verbindlicher Zeitrahmen
Mit Präsentation und Fachgespräch weist der Prüfling nach, dass er fachbezogene Probleme und Lösungskonzepte verständlich darstellen, den relevanten fachlichen Hintergrund aufzeigen und sein Vorgehen begründen kann. Beide Teile dauern zusammen höchstens 30 Minuten; die Präsentation soll höchstens 15 Minuten beanspruchen.
Regionale Merkblätter, Einladungsschreiben und freigegebene Hilfsmittel haben Vorrang. Einzelne IHK unterscheiden sich beispielsweise darin, ob eine reale betriebliche Zielgruppe festgelegt werden muss oder der Prüfungsausschuss selbst als Zielgruppe gilt. Deshalb wird diese Frage vor der Ausarbeitung anhand der eigenen IHK-Unterlagen geklärt.
| Prüfungsteil | Worauf es ankommt |
|---|---|
| Präsentation | Ergebnisse, Nutzen, Entscheidungen und Vorgehen zielgerichtet und verständlich darstellen |
| Fachgespräch | Fachlichen Hintergrund beherrschen, Entscheidungen begründen und Alternativen einordnen |
| Gesamtdauer | Präsentation und Fachgespräch zusammen höchstens 30 Minuten; Präsentation höchstens 15 Minuten |
Eine klare Geschichte statt einer zweiten Dokumentation
Die Präsentation folgt nicht automatisch jedem Kapitel der Projektdokumentation. Sie wählt die Informationen aus, die das Projekt verständlich machen und die eigene berufliche Handlungskompetenz zeigen. Technische Details werden dort vertieft, wo sie eine wichtige Entscheidung, ein Problem oder ein Ergebnis erklären.
Ein roter Faden verbindet Ausgangssituation, Ziel, begründete Lösung, Umsetzung und Ergebnis. Der Schluss greift das zu Beginn formulierte Ziel wieder auf und beantwortet sichtbar, ob und wie es erreicht wurde.
Thema, eigene Rolle, Projektumfeld und gegebenenfalls die gewählte Zielgruppe knapp einordnen.
Betrieblichen Anlass, Ist-Zustand, Anforderungen und messbare Projektziele erläutern.
Wichtige Varianten, Kriterien und die begründete Auswahl der Lösung zeigen.
Nur die fachlich relevanten Schritte, Abweichungen, Probleme und Lösungswege darstellen.
Tests, Soll-Ist-Vergleich, Abnahme, Dokumentation und Übergabe belegen.
Zielerreichung, Nutzen, offene Punkte und eine kurze fachliche Reflexion zusammenführen.
Welche Inhalte besonders wertvoll sind
In 15 Minuten kann nicht das gesamte Projekt wiederholt werden. Priorität haben Inhalte, an denen Eigenständigkeit, fachliche Tiefe und begründetes Handeln erkennbar werden.
- eine konkrete betriebliche Ausgangssituation und der daraus entstandene Auftrag
- messbare Projektziele und wichtige Rahmenbedingungen
- fachliche, wirtschaftliche, organisatorische oder sicherheitsbezogene Entscheidungsalternativen
- die begründete Auswahl und der eigene Anteil an Planung und Umsetzung
- ein aufgetretenes Problem, dessen Analyse und die gewählte Lösung
- aussagekräftige Tests und der Nachweis der Zielerreichung
- Abweichungen vom Antrag oder Plan und der nachvollziehbare Umgang damit
- Übergabe, Abnahme, Projektnutzen und Erkenntnisse für künftige Vorhaben
Systemintegration anschaulich präsentieren
Bei einem Systemintegrationsprojekt helfen reduzierte technische Darstellungen. Sie zeigen Zusammenhänge besser als lange Konfigurationslisten. Eine Grafik erhält nur die Komponenten, Verbindungen und Zustände, die für die jeweilige Aussage notwendig sind.
| Inhalt | Geeignete Darstellung |
|---|---|
| Ist- und Soll-Zustand | Zwei gleich aufgebaute, vereinfachte Architektur- oder Netzpläne |
| Variantenentscheidung | Kleine Kriterienmatrix mit Gewichtung und eindeutigem Ergebnis |
| Projektablauf | Reduzierte Phasen- oder Meilensteinübersicht statt vollständigem Gantt-Plan |
| Problem und Lösung | Fehlerbild, Analyseweg, Ursache, Maßnahme und überprüftes Ergebnis |
| Qualitätssicherung | Ausgewählte Testfälle mit Sollwert, Istwert und Status |
| Nutzen | Messbarer Vorher-Nachher-Vergleich zu Zeit, Kosten, Verfügbarkeit oder Risiko |
Folien und Medien sinnvoll gestalten
Folien unterstützen den Vortrag und ersetzen ihn nicht. Große Schrift, hoher Kontrast, klare Überschriften und wenige Kernaussagen sind wichtiger als Animationen oder dekorative Effekte. Tabellen, Netzpläne und Screenshots werden so stark vereinfacht beziehungsweise zugeschnitten, dass sie aus der Entfernung lesbar bleiben.
Animationen können komplexe Abläufe schrittweise erklären, dürfen aber nicht von der Aussage ablenken oder den Vortrag technisch abhängig machen. Handout, Flipchart oder Whiteboard werden nur eingesetzt, wenn sie einen klaren Mehrwert bieten und sicher beherrscht werden.
- pro Folie eine erkennbare Kernaussage formulieren
- lange Sätze, Quellcodeblöcke und unlesbare Konfigurationsansichten vermeiden
- Farben, Symbole und Hervorhebungen durchgehend gleich verwenden
- Diagramme beschriften und verwendete Abkürzungen verständlich einführen
- keine sensiblen Kunden-, Personen-, Zugangs- oder Infrastrukturdaten zeigen
- Schlussfolie inhaltlich nutzen: Projektziel und Ergebnis statt einer reinen Dankesfolie
Bewertungskriterien bewusst vorbereiten
Die bereitgestellte Bewertungsmatrix gliedert die Präsentation in drei gleichgewichtete Bereiche. Die aktuell verbindliche Matrix der zuständigen IHK kann davon abweichen und wird deshalb zusätzlich geprüft.
| Bereich | Konkrete Vorbereitung |
|---|---|
| Aufbau und inhaltliche Struktur | Logische Gliederung, klare Zielorientierung und nachvollziehbare Herleitung der Ergebnisse |
| Sprachliche Gestaltung | Präzise Ausdrucksweise, verständlicher Satzbau, passende Fachsprache und flüssiger Vortrag |
| Zielgruppengerechte Darstellung | Passender Medieneinsatz, lesbare Visualisierung, Blickkontakt, Haltung und ruhige Körpersprache |
Zeitplanung und Proben
Ein ungeprobter Vortrag wird fast immer falsch eingeschätzt. Die Präsentation wird deshalb mehrfach laut unter realistischen Bedingungen gehalten. Gemessen wird vom ersten gesprochenen Satz bis zum tatsächlichen Ende; Folienwechsel, Denkpausen und Erklärungen an Grafiken gehören dazu.
Ziel ist nicht, einen Text auswendig aufzusagen. Sicher beherrscht werden der rote Faden, die Übergänge, die Kernaussage jeder Folie und die Stellen, an denen bei Zeitdruck gekürzt werden kann. Die letzte Probe findet mit den vorgesehenen Geräten und möglichst vor einer fachkundigen Testperson statt.
Inhalt vollständig vortragen, Zeit messen und überflüssige Abschnitte erkennen.
Verständlichkeit, Begründungen, Fachbegriffe und mögliche Rückfragen prüfen lassen.
Datei, Schriften, Videos, Anschlüsse, Presenter und Offline-Betrieb testen.
Kompletten Ablauf unter Prüfungsbedingungen ohne Unterbrechung durchführen.
Sicher auftreten und verständlich sprechen
Ein professioneller Auftritt entsteht vor allem durch Vorbereitung, nicht durch eine bestimmte Kleidung oder einen einstudierten Präsentationsstil. Angemessene, gepflegte Kleidung, in der man sich sicher bewegen kann, genügt. Entscheidend sind ruhige Präsenz, Blickkontakt, verständliche Lautstärke und ein sachlicher Umgang mit Nervosität.
- langsam genug sprechen, bewusst betonen und kurze Pausen zulassen
- zum Publikum sprechen und beim Zeigen oder Schreiben nicht dauerhaft den Rücken zuwenden
- Folien nicht ablesen, sondern ihre Aussage erklären
- Pointer und Gesten gezielt und sparsam einsetzen
- bei einem Versprecher kurz korrigieren und ruhig fortfahren
- den Vortrag klar abschließen, ohne das anschließende Fachgespräch vorwegzunehmen
Technische Ausfallsicherheit
Für die Funktionsfähigkeit zusätzlich mitgebrachter Technik ist in der Regel der Prüfling verantwortlich. Welche Geräte vor Ort bereitstehen und welche Hilfsmittel zugelassen sind, ergibt sich aus Einladung, Antrag und regionalem Merkblatt.
- Präsentation im ursprünglichen Format und zusätzlich als PDF bereithalten
- mindestens zwei getrennte Speichermöglichkeiten verwenden
- benötigte Adapter, Netzteil, Kabel und gegebenenfalls Presenter mitnehmen
- eingebettete Schriften, Medien und Animationen auf dem Prüfungsgerät testen
- eine offline nutzbare Fassung ohne externe Links oder Cloud-Abhängigkeit vorbereiten
- eine einfache Ersatzdarstellung für die wichtigsten Grafiken einplanen
Abschlusskontrolle vor dem Prüfungstag
- Aktuelle Vorgaben der zuständigen IHK, Zielgruppe, Zeit und zugelassene Hilfsmittel geprüft
- Thema, eigene Rolle, Ausgangssituation und Projektziel werden zu Beginn verständlich
- roter Faden sowie Einleitung, Hauptteil und Schluss sind eindeutig
- Entscheidungen, Probleme, Lösungen und Zielerreichung bilden den Schwerpunkt
- alle Texte, Tabellen, Screenshots und Pläne sind aus der Entfernung lesbar
- vertrauliche Informationen wurden entfernt oder anonymisiert
- Vortrag mehrfach laut geprobt und sicher innerhalb der Zeit beendet
- Dateien, Ersatzformate, Geräte, Adapter und Stromversorgung vollständig vorbereitet
- mögliche Fachfragen zu Entscheidungen, Alternativen und Projektumfeld wurden durchgespielt
- Schlussfolie fasst Ergebnis und Nutzen zusammen und bietet einen klaren Endpunkt
Quellen zur fachlichen Prüfung
Hilfsmittel zur Abschlusspräsentation
Diese Hilfsmittel werden angeboten. Der Download steht ausschließlich angemeldeten Nutzern zur Verfügung.
PDF-Download nach Anmeldung
Zum Schutz der Unterrichtsunterlagen steht der PDF-Download ausschließlich angemeldeten Nutzern zur Verfügung.
