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Kapitel 07

7.1 Normalisierung

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Fachlich geprüftStand: 8. September 2026

Normalisierung zerlegt Relationen anhand funktionaler Abhängigkeiten. Ziel sind klare Zuständigkeiten, weniger Redundanz und die Vermeidung von Einfüge-, Änderungs- und Löschanomalien.

Erste Normalform (1NF)

Jedes Attribut enthält im verwendeten relationalen Modell genau einen atomaren Wert; Wiederholungsgruppen und Listen in einzelnen Spalten werden aufgelöst. „Atomar“ hängt vom fachlichen Zweck ab: Eine Adresse kann als Text ausreichend sein oder für Suche und Prüfung in Bestandteile zerlegt werden.

ProblemBessere Modellierung
telefon = „0123, 0456“Eigene Tabelle kunde_telefon mit einer Nummer je Zeile
artikel1, artikel2, artikel3Bestellpositionen als eigene Zeilen

Zweite Normalform (2NF)

Die Relation ist in 1NF und jedes Nichtschlüsselattribut hängt voll funktional von jedem Kandidatenschlüssel ab. Teilabhängigkeiten sind nur bei zusammengesetzten Kandidatenschlüsseln möglich.

In einer Bestellposition mit Schlüssel (bestell_id, artikel_id) hängt menge vom gesamten Schlüssel ab. artikel_name hängt dagegen nur von artikel_id und gehört deshalb in die Artikeltabelle.

Dritte Normalform (3NF)

Die Relation ist in 2NF und Nichtschlüsselattribute hängen nicht transitiv über ein anderes Nichtschlüsselattribut vom Schlüssel ab. Speichert eine Kundentabelle zusätzlich plz und ort, während plz den ort bestimmt, kann eine eigene Ortstabelle diese Abhängigkeit abbilden – sofern die angenommene Fachregel tatsächlich gilt.

Normalisierung ist kein Selbstzweck. Bewusste Denormalisierung kann für konkrete Lesezugriffe sinnvoll sein, verlangt aber eine Strategie zur Konsistenzsicherung.

Quellen zur fachlichen Prüfung

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