6.1 Grundlagen der Datenbankmodellierung
Datenbankmodellierung übersetzt einen fachlichen Ausschnitt der Realität in klar definierte Entitätstypen, Attribute, Beziehungen und Regeln. Ein gutes Modell verhindert Mehrdeutigkeiten, bevor SQL geschrieben wird.
Vom Gegenstand zum Datensatz
| Begriff | Saubere Bedeutung |
|---|---|
| Entität | Ein konkretes unterscheidbares Objekt, z. B. Kunde 4711 |
| Entitätstyp | Menge gleichartig beschriebener Entitäten; wird häufig zu einer Tabelle |
| Attribut | Beschreibendes Merkmal, z. B. E-Mail-Adresse |
| Attributwert | Konkreter Wert eines Merkmals |
| Tupel | Zeile im relationalen Modell |
| Relation | Menge von Tupeln mit gleicher Struktur; praktisch als Tabelle dargestellt |
Schlüssel
Ein Superschlüssel identifiziert Zeilen eindeutig. Ein Kandidatenschlüssel ist dabei minimal; einer wird als Primärschlüssel gewählt. Ein natürlicher Schlüssel stammt aus der Fachlichkeit, ein Surrogatschlüssel wird künstlich erzeugt. Ein zusammengesetzter Schlüssel besteht aus mehreren Attributen.
Ein Surrogatschlüssel macht fachliche Eindeutigkeit nicht überflüssig: Ist eine E-Mail-Adresse fachlich eindeutig, sollte zusätzlich ein UNIQUE-Constraint diese Regel sichern.
Beziehungen und Kardinalitäten
Kardinalitäten werden aus Fachregeln abgeleitet, nicht aus den gerade vorhandenen Beispieldaten.
- 1:1 – einem Objekt ist höchstens ein Objekt der Gegenseite zugeordnet.
- 1:n – einem Objekt können mehrere Objekte der Gegenseite zugeordnet sein; der Fremdschlüssel liegt typischerweise auf der n-Seite.
- n:m – beide Seiten können mehrfach zugeordnet sein; im relationalen Modell wird eine Zwischentabelle benötigt.
- Optionalität beschreibt, ob eine Teilnahme verpflichtend oder optional ist.
Quellen zur fachlichen Prüfung
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