3.1 Tabellen und Views verwalten
Tabellen bilden Datenstrukturen dauerhaft ab. Datentypen, Schlüssel und Constraints sind Teil des fachlichen Modells und nicht nur technische Dekoration. Views speichern dagegen normalerweise eine Abfragedefinition und stellen deren Ergebnis wie eine virtuelle Tabelle bereit.
Eine Tabelle mit Regeln anlegen
Datentypen begrenzen den Wertebereich und beeinflussen Speicher, Vergleich und Berechnung. NOT NULL verlangt einen Wert, UNIQUE verhindert Duplikate und PRIMARY KEY identifiziert jede Zeile eindeutig. AUTO_INCREMENT erzeugt technische Schlüsselwerte, ersetzt aber keine fachliche Prüfung.
DDL-Beispiel
CREATE TABLE kunde (
kunden_id BIGINT UNSIGNED AUTO_INCREMENT PRIMARY KEY,
email VARCHAR(254) NOT NULL UNIQUE,
name VARCHAR(120) NOT NULL,
angelegt_am TIMESTAMP NOT NULL DEFAULT CURRENT_TIMESTAMP,
aktiv BOOLEAN NOT NULL DEFAULT TRUE
);Strukturen sicher ändern
Schemaänderungen können Anwendungen sperren, Daten umwandeln oder Verlust verursachen. Vor produktiven Änderungen: Abhängigkeiten prüfen, Migration testen, Sicherung und Rückweg planen.
ALTER und DROP
ALTER TABLE kunde ADD COLUMN telefon VARCHAR(40) NULL;
ALTER TABLE kunde MODIFY name VARCHAR(160) NOT NULL;
ALTER TABLE kunde DROP COLUMN telefon;
-- endgültig und destruktiv:
DROP TABLE kunde;Views als definierte Sicht
Views vereinfachen wiederkehrende Abfragen und können Spalten oder Zeilen gezielt ausblenden. Sie ersetzen keine eigene Berechtigungs- und Datenschutzprüfung. Änderbarkeit und Ausführungsverhalten hängen von Definition und DBMS ab.
View
CREATE VIEW aktive_kunden AS
SELECT kunden_id, name, email
FROM kunde
WHERE aktiv = TRUE;
SELECT * FROM aktive_kunden;Quellen zur fachlichen Prüfung
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