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Kapitel 13

13.1 Relationale Datenbanken und NoSQL

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Fachlich geprüftStand: 8. September 2026

SQL und NoSQL sind keine Qualitätsstufen, sondern Sammelbegriffe für unterschiedliche Modelle und Werkzeuge. Die Auswahl folgt Datenstruktur, Konsistenzanforderungen, Zugriffsmustern, Skalierung, Betriebskompetenz und Lebenszyklus.

Relational und nichtrelational vergleichen

AspektRelationale DatenbankTypische NoSQL-Systeme
ModellTabellen, Schlüssel und BeziehungenDokumente, Key-Value, Wide Column oder Graph
SchemaExplizit; Änderungen über MigrationenJe nach System flexibel oder anders strukturiert
BeziehungenJOINs und FremdschlüsselEinbettung, Referenzen oder graphbasierte Kanten
TransaktionenStarke, mehrzeilige Transaktionen weit verbreitetVom Produkt abhängig; keineswegs grundsätzlich ohne Transaktionen
SkalierungOft zunächst vertikal, verteilte und horizontale Varianten möglichViele Produkte sind für horizontale Verteilung ausgelegt

NoSQL-Modelltypen

„Schemafrei“ bedeutet nicht „modellfrei“. Auch flexible Dokumentmodelle benötigen Validierung, Versionierung und bewusstes Design nach Zugriffsmustern.

  • Dokumentdatenbanken speichern strukturierte Dokumente mit verschachtelten Feldern und Arrays.
  • Key-Value-Systeme adressieren Werte über eindeutige Schlüssel und eignen sich für sehr direkte Zugriffsmuster.
  • Wide-Column-Systeme organisieren große verteilte Datenmengen nach Partitions- und Clustering-Schlüsseln.
  • Graphdatenbanken modellieren Knoten und Beziehungen für stark vernetzte Fragestellungen.

Auswahl statt Lagerdenken

Vertikal bedeutet: einen Server leistungsfähiger machen. Horizontal bedeutet: Last und Daten auf weitere Knoten verteilen. Das Ausgangsdokument vertauschte diese Begriffe; hier sind sie fachlich richtig zugeordnet.

  • Relational wählen, wenn Integrität, komplexe Beziehungen, Ad-hoc-Abfragen und Transaktionen zentral sind.
  • Dokumentorientiert erwägen, wenn zusammen gelesene, variierende Aggregate natürlich als Dokument vorliegen.
  • Key-Value erwägen, wenn der Zugriff fast ausschließlich über einen Schlüssel erfolgt.
  • Graphorientiert erwägen, wenn Pfade und Beziehungen den Kern der Abfragen bilden.
  • Polyglot Persistence nur einsetzen, wenn der Nutzen die zusätzlichen Betriebs-, Sicherungs- und Kompetenzkosten rechtfertigt.

Quellen zur fachlichen Prüfung

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