Der Projektantrag
Der Projektantrag macht einen realen betrieblichen Projekt der digitalen Vernetzung für den Prüfungsausschuss beurteilbar. Er zeigt Ausgangssituation, messbares Ziel, eigenen Anteil, fachliche Entscheidungen und eine realistische Zeitplanung innerhalb von höchstens 40 Stunden einschließlich Dokumentation.
Prüfungsprofil und Zeitrahmen
Im Mittelpunkt steht die sichere Verbindung heterogener IT-, Produktions- oder Prozesssysteme über mehrere Prozessebenen. Hardware- und Softwareschnittstellen, Übertragungssysteme und Datenflüsse werden analysiert, in eine bestehende Infrastruktur integriert, geprüft und für einen zuverlässigen Betrieb vorbereitet.
Die Projektbeschreibung wird vor der Durchführung genehmigt. Sie beschreibt Ausgangssituation und Projektziel und enthält eine Zeitplanung. Regionale Formulare, Fristen, Anlagen und Beurteilungshilfen der zuständigen IHK bleiben verbindlich.
- Systemarchitektur, Prozessabläufe und Datenflüsse über Feld-, Steuerungs-, Leit- und Unternehmensebene erfassen
- Protokolle, Gateways, Schnittstellen und Übertragungswege nach technischen und sicherheitsbezogenen Kriterien auswählen
- heterogene Komponenten konfigurieren, koppeln und kontrolliert in Betrieb nehmen
- Informationssicherheit, Segmentierung, Verfügbarkeit und sichere Fernwartung berücksichtigen
- Systemzustände überwachen und Wartungs- oder Prozessabläufe aus Betriebsdaten verbessern
Konkrete Projektbeispiele
Ein Produkt, Werkzeug oder Verfahren ist noch kein Projekt. Der Titel und die Kurzbeschreibung müssen den betrieblichen Veränderungsauftrag sowie die eigene fachliche Leistung erkennen lassen.
| Projektart | Bewertbarer Zuschnitt |
|---|---|
| Maschinendaten anbinden | Produktionsdaten über ein Gateway sicher an Monitoring oder MES übertragen und Datenfluss sowie Ausfallverhalten testen |
| Netzsegmentierung OT/IT | Produktionszellen strukturieren, erlaubte Kommunikationspfade entwickeln und kontrolliert migrieren |
| Zustandsüberwachung | Sensor- und Systemdaten erfassen, Grenzwerte entwickeln, Alarmkette einführen und Betrieb übergeben |
| Protokollkopplung | Heterogene Feld- und Anwendungssysteme über eine begründet ausgewählte Schnittstelle integrieren |
| Sichere Fernwartung | Rollen, Authentisierung, Zugriffspfad, Protokollierung und Freigabeprozess für externe Wartung umsetzen |
Der Antrag als nachvollziehbare Entscheidungskette
| Antragsbereich | Leitfrage |
|---|---|
| Ausgangssituation | Welches konkrete Problem besteht für wen und in welchem betrieblichen Umfeld? |
| Projektziel | Welcher überprüfbare Soll-Zustand soll erreicht werden? |
| Eigener Anteil | Welche Analysen, Entscheidungen, Umsetzungen und Prüfungen werden selbst durchgeführt? |
| Alternativen | Welche realistischen Wege werden nach technischen, wirtschaftlichen und qualitativen Kriterien verglichen? |
| Abgrenzung | Was gehört ausdrücklich nicht zum Projekt und welche Schnittstellen bestehen? |
| Qualität | Welche Test- und Abnahmekriterien belegen Zielerreichung? |
| Nutzen | Welche messbare oder begründete Verbesserung entsteht? |
Zeitplanung für 40 Stunden
Die 40 Stunden sind kein Ziel für möglichst viel Umsetzung, sondern der äußere Rahmen für Analyse, Planung, wirtschaftliche Betrachtung, Durchführung, Tests, Übergabe und Dokumentation. Große Sammelblöcke werden in bewertbare Tätigkeiten zerlegt; die Summe muss vollständig und rechnerisch korrekt sein.
- Dokumentationszeit ausdrücklich einplanen
- Puffer nicht als versteckte zusätzliche Projektzeit behandeln
- fremde Tätigkeiten und Wartezeiten vom eigenen Anteil trennen
- Test, Abnahme und Übergabe nicht hinter der Umsetzung verschwinden lassen
Prüfung vor der Einreichung
- Projekt ist real, betrieblich veranlasst und noch nicht durchgeführt
- Fachrichtung Digitale Vernetzung ist bereits an Aufgabe und Eigenanteil erkennbar
- Ziel ist messbar, Umfang realistisch und Abgrenzung eindeutig
- Alternativen und Entscheidungskriterien sind vorgesehen
- Datenschutz, Informationssicherheit und Geheimhaltung sind berücksichtigt
- Zeitplanung ist vollständig und entspricht den Vorgaben der zuständigen IHK
Quellen zur fachlichen Prüfung
PDF-Download nach Anmeldung
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