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Kapitel 06

6.4 DNS

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Fachlich geprüftStand: 4. August 2026

Das Domain Name System, kurz DNS, ist ein hierarchisch aufgebautes, verteiltes Namenssystem und ein Anfrage-Antwort-Protokoll. Es ordnet Namen nicht nur IP-Adressen zu, sondern veröffentlicht zahlreiche weitere Informationen zu Zonen und Diensten. Resolver, autoritative Nameserver, Delegationen und Caches sorgen gemeinsam dafür, dass Anwendungen Namen zuverlässig und skalierbar auflösen können.

Warum DNS entstanden ist

In kleinen Netzen lassen sich Namen und Adressen noch in lokalen hosts-Dateien pflegen. Mit wachsender Teilnehmerzahl werden zentrale Verteilung, Aktualisierung und Konfliktvermeidung jedoch unbeherrschbar. Paul Mockapetris beschrieb DNS 1983 zunächst in RFC 882 und RFC 883. Die grundlegenden RFC 1034 und RFC 1035 ersetzten diese Dokumente 1987 und wurden seitdem durch zahlreiche Standards erweitert.

DNS ist heute zugleich Namensraum, verteilte Datenbank und Protokoll. Seine Aufgabe ist nicht auf die Zuordnung eines Hostnamens zu einer IP-Adresse beschränkt. Es veröffentlicht unter anderem zuständige Nameserver, Mailserver, Textinformationen, Dienstparameter und kryptografische Daten für DNSSEC.

KomponenteAufgabe
Domain-Namensraumordnet Namen hierarchisch als Baum aus Labels
autoritative Nameserververöffentlichen die maßgeblichen Daten einer Zone
Resolvernehmen Anfragen entgegen, suchen Antworten und nutzen Caches
Resource Recordsspeichern typisierte Informationen zu Namen

Labels, Domainnamen und FQDN

Ein Domainname besteht aus einer geordneten Folge von Labels. In der üblichen Schreibweise werden Labels durch Punkte getrennt. Die Hierarchie wird von rechts nach links gelesen: Bei www.example.de steht de näher an der Root, darunter folgt example und darunter www. Der abschließende Punkt in www.example.de. stellt das leere Root-Label ausdrücklich dar und kennzeichnet den vollständig qualifizierten Namen.

Ein Label umfasst im DNS-Wire-Format höchstens 63 Oktette. Der vollständige Name darf dort einschließlich Längenangaben und Root-Label höchstens 255 Oktette belegen. Die ältere pauschale Regel, jedes Label müsse mit einem Buchstaben beginnen, gilt nicht allgemein; für Hostnamen sind jedoch strengere Zeichenregeln üblich. Internationalisierte Namen werden für das DNS über IDNA in ASCII-kompatibler Form dargestellt.

SchreibweiseEinordnung
www.example.de.FQDN im Präsentationsformat mit sichtbarem Root-Label
www.example.deübliche Anzeigeform; der abschließende Root-Punkt wird weggelassen
wwwrelativer Name, dessen Ergänzung vom Suchkontext abhängt
xn--…ASCII-kompatible IDNA-Darstellung eines internationalisierten Labels

Root, TLD, Domain und Delegation

Die Root-Zone steht an der Spitze des globalen DNS. Sie delegiert Top-Level-Domains wie de, ch, com oder org an deren zuständige Nameserver. Länderspezifische TLDs werden als ccTLDs bezeichnet; generische TLDs als gTLDs. Die heutige Auswahl ist wesentlich größer als die ursprünglich wenigen generischen TLDs.

Eine Delegation überträgt die Verantwortung für einen Teilbaum des Namensraums an andere autoritative Nameserver. Die übergeordnete Zone veröffentlicht dafür NS-Einträge und bei Bedarf Glue Records mit Adressen, damit die delegierten Server erreichbar sind. Eine Domain ist ein Bereich des Namensraums; eine Zone ist der administrativ zusammenhängend veröffentlichte Teil davon. Beide Begriffe sind daher nicht immer deckungsgleich.

BegriffBeispielBedeutung
Root.Ausgangspunkt der globalen DNS-Hierarchie
TLDde.direkt unterhalb der Root delegierter Namensbereich
Second-Level-Domainexample.de.unter einer TLD registrierter beziehungsweise delegierter Name
Subdomainintern.example.de.weiterer Namensbereich unterhalb einer Domain
Zoneexample.de. mit verwalteten Recordsvon autoritativen Servern veröffentlichter Verwaltungsbereich

Autoritative Nameserver und Resolver

Ein autoritativer Nameserver beantwortet Anfragen aus den maßgeblichen Daten einer Zone. Sowohl Primary- als auch Secondary-Server sind autoritativ. Der Primary bezieht die Zone typischerweise aus einer lokal gepflegten Quelle; Secondaries übernehmen sie über Zonentransfer oder andere Bereitstellungsverfahren. Die ältere Aussage, ein Secondary sei nicht autoritativ oder seine Daten seien grundsätzlich ungesichert, ist falsch.

Ein rekursiver Resolver sucht Antworten im Auftrag seiner Clients und speichert Ergebnisse zeitlich begrenzt im Cache. Er ist für fremde Zonen normalerweise nicht autoritativ. Ein einzelner DNS-Serverprozess kann je nach Konfiguration mehrere Rollen besitzen, diese sollten aber begrifflich getrennt bleiben.

RolleDatenquelleAntwortverhalten
Primary autoritativlokal verwaltete oder anderweitig führende Zonendatenmaßgebliche Antwort für die Zone
Secondary autoritativübertragene oder replizierte Zonendatenebenfalls maßgebliche Antwort für die Zone
rekursiver ResolverCache und Abfragen an andere DNS-Serverliefert dem Client eine fertige Antwort oder einen Fehler
Stub ResolverBetriebssystembibliothek auf dem Clientsendet Anfragen an einen konfigurierten rekursiven Resolver
Forwarderleitet rekursive Anfragen an einen anderen Resolver weiternutzt eine übergeordnete Auflösungsinstanz

Rekursive und iterative Namensauflösung

Bei einer rekursiven Anfrage soll der angesprochene Resolver die vollständige Auflösung übernehmen. Autoritative Server beantworten dagegen typischerweise die Frage aus ihrer Zone oder liefern einen Verweis auf zuständigere Server. Der rekursive Resolver führt diese iterativen Schritte aus.

Vor externen Anfragen prüft der Resolver seinen Cache. Resource Records besitzen eine Time to Live, kurz TTL. Sie begrenzt, wie lange ein Ergebnis weiterverwendet werden darf. Auch negative Antworten wie NXDOMAIN können zwischengespeichert werden. Änderungen an einer Zone sind deshalb nicht sofort überall sichtbar, sondern verbreiten sich abhängig von vorherigen Cacheeinträgen und deren Restlaufzeit.

Ein Client fragt einen rekursiven Resolver, der bei Bedarf Root-, TLD- und autoritative Nameserver iterativ abfragt und das Ergebnis zwischenspeichert
Der Client erwartet vom rekursiven Resolver eine fertige Antwort. Der Resolver folgt Verweisen durch die DNS-Hierarchie, bis er eine autoritative Antwort erhält oder einen Fehler feststellen kann.Originalgröße öffnen ↗

Root-Server richtig verstehen

Das Root-Server-System veröffentlicht die Root-Zone. Es gibt 13 benannte Root-Serveridentitäten von A bis M, weil das historische Protokoll- und Paketformat diese überschaubare Menge begünstigte. Diese Bezeichnungen stehen nicht für nur 13 physische Rechner. Jede Identität wird über viele weltweit verteilte Anycast-Instanzen bereitgestellt.

Ein rekursiver Resolver fragt Root-Server nur, wenn sein Cache keine ausreichenden Delegationsinformationen enthält. Root-Server kennen normalerweise nicht die Adresse jedes beliebigen Hosts. Sie verweisen auf die zuständigen Nameserver der Top-Level-Domain. Die IANA-Funktionen für die Root-Zone werden durch Public Technical Identifiers im ICANN-Umfeld ausgeführt; die Root-Server werden von mehreren unabhängigen Organisationen betrieben.

DNS-Nachrichten und Transport

Klassisches DNS verwendet Port 53 über UDP und TCP. Kleine Anfragen und Antworten werden häufig über UDP übertragen. TCP ist jedoch kein reiner Sonderweg für Zonentransfers: DNS-Implementierungen müssen TCP unterstützen, unter anderem für große Antworten, abgeschnittene UDP-Antworten und robuste Kommunikation. AXFR-Zonentransfers verwenden TCP; Benachrichtigung und Prüfung von Seriennummern folgen eigenen Abläufen.

Die historische UDP-Nutzlastgrenze von 512 Byte gilt für klassisches DNS ohne Erweiterungen. EDNS(0) erlaubt größere UDP-Nachrichten und zusätzliche Optionen. Zu große UDP-Antworten können fragmentiert werden oder verloren gehen. Resolver müssen das gesetzte TC-Bit als abgeschnittene Antwort erkennen und gegebenenfalls auf TCP wechseln. Eine übermäßig große angekündigte EDNS-Puffergröße ist nicht automatisch sinnvoll.

TransportPortTypische Nutzung
UDP53viele gewöhnliche DNS-Anfragen und Antworten
TCP53große oder abgeschnittene Antworten, AXFR und weitere Fälle
DNS over TLS853 TCPverschlüsselter DNS-Transport zu einem Resolver
DNS over HTTPS443 TCP oder über HTTP/3 UDPDNS-Nachrichten über HTTPS
DNS over QUIC853 UDPDNS über QUIC

Aufbau einer DNS-Nachricht

Anfrage und Antwort verwenden denselben Grundaufbau. Ein 12 Byte langer Header enthält Transaktionskennung, Flags und Zähler für die folgenden Bereiche. Danach folgen Question, Answer, Authority und Additional. Namen können innerhalb einer Nachricht per Zeiger komprimiert werden.

Bereich / FlagBedeutung
Transaction IDordnet eine Antwort der passenden Anfrage zu
QRkennzeichnet Anfrage oder Antwort
AAAntwort stammt autoritativ für den beantworteten Namen aus einer Zone
TCNachricht wurde abgeschnitten; erneute Anfrage über geeigneten Transport kann nötig sein
RD / RARekursion gewünscht beziehungsweise vom Server verfügbar
AD / CDDNSSEC-validierte Daten beziehungsweise Abschalten der clientseitig verlangten Prüfung
RCODEErgebniscode wie NOERROR, SERVFAIL oder NXDOMAIN
Questiongesuchter Name, Record-Typ und Klasse
Answer / Authority / AdditionalAntwortdaten, Autoritätsinformationen und ergänzende Records

Wichtige Resource-Record-Typen

Ein Resource Record besteht unter anderem aus Name, Typ, Klasse, TTL und typabhängigen Daten. Records gleichen Namens und Typs bilden ein RRset. CNAME ist kein beliebiger Zusatztext, sondern kennzeichnet einen Alias, dessen Zielname weiter aufgelöst wird. PTR wird für Reverse DNS genutzt und liegt bei IPv4 unter in-addr.arpa beziehungsweise bei IPv6 unter ip6.arpa.

TypAufgabeBeispielhafte Daten
AIPv4-Adresse zu einem Namen192.0.2.10
AAAAIPv6-Adresse zu einem Namen2001:db8::10
CNAMEAlias verweist auf einen kanonischen Namenwww → service.example.net.
NSautoritativer Nameserver einer Zone oder Delegationns1.example.net.
SOAVerwaltungsdaten einer ZonePrimary-Name, Kontakt, Serial und Zeitparameter
MXMailserver mit Priorität10 mail.example.de.
PTRReverse-Zuordnung zu einem Namen10.2.0.192.in-addr.arpa. → host.example.
TXTTextdaten für definierte Anwendungenunter anderem SPF-Richtlinien oder Verifikationswerte
SRVDienstziel mit Port, Priorität und GewichtDienstsuche innerhalb einer Domain
CAAlegt zulässige Zertifizierungsstellen für eine Domain festissue "ca.example"
SVCB / HTTPSDienstparameter und alternative EndpunkteHinweise für moderne Dienstverbindungen

Zonenverwaltung und Zonentransfer

Der SOA-Record enthält unter anderem eine Seriennummer. Secondaries vergleichen den Stand und können eine vollständige Zone per AXFR oder Änderungen per IXFR übernehmen. NOTIFY kann sie auf eine mögliche Änderung hinweisen. Transfers dürfen nicht unkontrolliert für beliebige Clients zugänglich sein, weil Zonendaten interne Strukturen offenlegen können.

Redundanz erfordert mehrere autoritative Server, möglichst in getrennten Fehlerdomänen. Eine hohe Seriennummer allein beweist jedoch keine korrekte oder konsistente Zone. Betreiber müssen Syntax, Delegationen, DNSSEC-Zustand, Erreichbarkeit über IPv4 und IPv6 sowie Antworten über UDP und TCP überwachen.

DNSSEC: Herkunft und Integrität prüfen

DNS Security Extensions ergänzen kryptografische Signaturen und eine Vertrauenskette von der Root über Delegationen bis zur signierten Zone. RRSIG enthält Signaturen zu RRsets, DNSKEY veröffentlicht Zonenschlüssel und DS verknüpft eine Delegation mit dem Schlüssel der untergeordneten Zone. NSEC beziehungsweise NSEC3 ermöglichen den authentisierten Nachweis, dass ein Name oder Record nicht existiert.

Ein validierender Resolver unterscheidet erfolgreich validierte Daten, absichtlich unsignierte Bereiche und fehlerhafte beziehungsweise bogus Antworten. DNSSEC bietet Datenherkunftsauthentisierung und Integrität, aber keine Vertraulichkeit. Schlüsselwechsel und Signaturgültigkeit müssen sorgfältig betrieben werden; alte Nutzungsstatistiken oder ein einzelnes Root-Key-Rollover-Datum sind keine dauerhafte Beschreibung des Verfahrens.

DNSSEC validiert signierte DNS-Daten, während DoT, DoH und DoQ den Transport zwischen Client und Resolver verschlüsseln
DNSSEC und verschlüsselter DNS-Transport lösen unterschiedliche Probleme. DNSSEC verschlüsselt Namen und Antworten nicht.Originalgröße öffnen ↗
RecordAufgabe
DNSKEYveröffentlicht öffentliche Schlüssel einer Zone
DSbindet den Schlüssel einer delegierten Zone an die übergeordnete Zone
RRSIGSignatur eines RRsets
NSEC / NSEC3signierter Nachweis nicht vorhandener Namen oder Record-Typen

DoT, DoH und DoQ

DNS over TLS, DNS over HTTPS und DNS over QUIC verschlüsseln die Verbindung zwischen Client und Resolver. Dadurch können Beobachter auf diesem Abschnitt die DNS-Nachrichten nicht ohne Weiteres mitlesen oder verändern. Der verwendete Resolver sieht die Anfragen weiterhin, und die weitere Auflösung zu autoritativen Servern ist nicht automatisch Ende-zu-Ende verschlüsselt.

DoT verwendet einen eigenen Port und ist im Netz vergleichsweise eindeutig erkennbar. DoH nutzt HTTPS und kann sich daher in gewöhnlichen Webverkehr einfügen. DoQ verwendet QUIC. Welcher Resolver gewählt wird, welche Protokolle zulässig sind und ob Geräte einen Unternehmensresolver umgehen dürfen, ist eine Betriebs- und Datenschutzentscheidung und keine pauschal für alle Netze gleiche Antwort.

VerfahrenTransportStärkeBetriebliche Frage
DoTTLS über TCP, Port 853klarer geschützter DNS-Kanalkann gezielt erlaubt, blockiert oder bereitgestellt werden
DoHHTTPS, üblicherweise Port 443Integration in Webinfrastrukturkann lokale DNS-Richtlinien oder Split DNS umgehen, wenn fremde Resolver genutzt werden
DoQQUIC über UDP, Port 853verschlüsselter Transport ohne TCPbenötigt passende Client-, Resolver- und Firewallunterstützung

Interner DNS und eigener Resolver

Unternehmen verwenden DNS häufig für interne Namen, Active-Directory-nahe Dienste, Split DNS, lokale Richtlinien und die Erkennung schädlicher Ziele. Ein selbst betriebener Resolver kann Kontrolle und Protokollierbarkeit verbessern, erzeugt aber Verantwortung für Updates, Härtung, Verfügbarkeit, Datenschutz und Missbrauchsschutz.

Verschlüsseltes DNS verhindert nicht grundsätzlich Load Balancing, CDN-Nutzung oder Malware-Schutz. Probleme entstehen vor allem dann, wenn ein Client einen nicht vorgesehenen externen Resolver wählt und dadurch interne Ansichten oder Richtlinien umgeht. Moderne Planung definiert deshalb Resolverauswahl, Fallback, mobile Geräte, Gastnetze und Ausfallszenarien ausdrücklich.

  • rekursive Anfragen nur für berechtigte interne Clients zulassen
  • keinen offenen Resolver für das Internet betreiben
  • redundante Resolver und erreichbare Fallbackpfade planen
  • DNSSEC-Validierung und verschlüsselten Clientzugang getrennt konfigurieren
  • Abfrageprotokollierung datensparsam und mit klarer Aufbewahrung gestalten
  • interne und öffentliche Zonen sowie Split-DNS-Verhalten dokumentieren

Angriffe und Missbrauch

DNS-Spoofing und Cache Poisoning versuchen, falsche Antworten als gültig erscheinen zu lassen. Zufällige Transaktionskennungen, zufällige Quellports, Bailiwick-Prüfungen und DNSSEC-Validierung erschweren solche Angriffe. DNS-Amplification missbraucht offene rekursive Resolver oder falsch konfigurierte autoritative Server als Reflektoren gegen gefälschte Quelladressen.

DNS kann außerdem als Steuer- oder Exfiltrationskanal missbraucht werden, beispielsweise durch auffällige TXT-Abfragen oder lange, ständig wechselnde Subdomains. TXT ist dabei nicht „der Schadkanal“, sondern ein legitimer Record-Typ, der missbraucht werden kann. Erkennung benötigt Kontext, Baselines, Rate-Limits und gegebenenfalls Analyse ungewöhnlicher Namen und Antwortmuster.

Angriff / MissbrauchPrinzipGegenmaßnahmen
Cache Poisoninggefälschte Antwort wird zwischengespeichertQuellport-/ID-Zufall, strenge Prüfung und DNSSEC-Validierung
Amplification / Reflectionkleine Anfrage erzeugt große Antwort an gefälschte Quellekeine offenen Resolver, Response Rate Limiting und Source Address Validation
DoS gegen autoritative InfrastrukturKapazität oder Erreichbarkeit erschöpfenAnycast, Redundanz, Rate-Limits und DDoS-Schutz
DNS-TunnelingDaten oder Steuerbefehle in Namen und Antworten versteckenAnomalieerkennung, Richtlinien und kontrollierte Resolverpfade
Domain-HijackingKontrolle über Registrierung oder Zonendaten übernehmenMFA, Registry Lock, Rollen- und Änderungsüberwachung

Alternative Namenssysteme und Blockchain-DNS

Blockchain-basierte und andere dezentrale Namenssysteme verwenden teilweise domainähnliche Namen, sind aber nicht automatisch Teil des globalen DNS. Sie können andere Vertrauens-, Governance- und Auflösungsmodelle besitzen und benötigen häufig besondere Resolver, Browsererweiterungen oder Gateways.

Dezentralität beseitigt nicht automatisch Namenskonflikte, Schlüsselverlust, Missbrauch, Datenschutzprobleme oder die Notwendigkeit einer verlässlichen Softwareverteilung. Solche Systeme sind deshalb nicht pauschal „der Nachfolger von DNS“. Sie müssen nach Interoperabilität, Verwaltung, Wiederherstellung, Sicherheitsmodell und tatsächlicher Verbreitung beurteilt werden. DNSCrypt, Proxies, VPN, Tor oder I2P sind ebenfalls keine direkten DNS-Nachfolger, sondern lösen jeweils andere Transport-, Datenschutz- oder Erreichbarkeitsprobleme.

DNS systematisch prüfen

PrüfungAussage
lokaler Cache und hosts-Dateizeigt, ob die Antwort überhaupt aus DNS stammt
konfigurierter Resolverbestimmt, an wen der Client seine Anfrage sendet
A/AAAA/CNAME-Antwort und TTLzeigt Ziel, Alias-Kette und Cache-Laufzeit
autoritative Abfragetrennt Zonendaten von Resolvercache und Weiterleitung
Delegation mit NS und Gluezeigt den Übergang zwischen Parent- und Child-Zone
UDP und TCPdeckt blockierte TCP-Antworten oder Größenprobleme auf
DNSSEC-Statusunterscheidet validiert, unsigniert und fehlerhaft
SERVFAIL, NXDOMAIN und NODATAtrennt Serverfehler, fehlenden Namen und fehlenden Record-Typ
Paketmitschnitt und Serverlogszeigen tatsächlichen Resolverpfad, Transport und Antwortcode

Quellen zur fachlichen Prüfung

Unterlage mitnehmen

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