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Kapitel 02

2.1 Tastatur Maus

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Fachlich geprüftStand: 22. Juli 2026

Maus und Tastatur gehören zu den wichtigsten Eingabegeräten eines PCs. Beide wandeln mechanische Bedienhandlungen in digitale Eingabedaten um, unterscheiden sich aber deutlich in Aufbau, Übertragung und Ergonomie.

Die Entwicklung der Computermaus

1963/1964

Ein Team um Douglas Engelbart entwickelte experimentelle Zeigegeräte, darunter eine frühe Computermaus mit zwei rechtwinklig angeordneten Rädern.

1968

Engelbart präsentierte die Maus gemeinsam mit weiteren Konzepten interaktiver Computersysteme öffentlich. Ohne weit verbreitete grafische Benutzeroberflächen blieb sie zunächst ein Spezialgerät.

1970er-Jahre

Am Xerox PARC entstanden weiterentwickelte Zeigegeräte. Der Xerox Alto von 1973 verband eine grafische Oberfläche mit Mausbedienung; Kugelmäuse erfassten die Bewegung nun unabhängig von einer speziellen Richtung.

1980er-Jahre

Apple ließ für Lisa und Macintosh eine günstig industriell herstellbare Maus entwickeln. Kugelmäuse mit serieller Schnittstelle wurden zunehmend verbreitet. Logitech brachte 1985 die dreitastige LogiMouse C7 auf den Markt.

1990er-Jahre

PS/2-Anschlüsse waren bei PCs weit verbreitet. Scrollräder setzten sich nach frühen Modellen wie der Genius EasyScroll und besonders mit der Microsoft IntelliMouse ab 1996 durch. USB begann serielle und PS/2-Anschlüsse nach und nach zu ersetzen.

Seit Ende der 1990er-Jahre

Optische Sensoren verdrängten die wartungsintensive Kugelmechanik. Drahtlose Mäuse nutzen heute proprietäre Funkverbindungen oder Bluetooth; moderne Modelle arbeiten meist mit optischen LED- oder Lasersensoren.

Wie eine optomechanische Kugelmaus arbeitet

Staub und Abrieb beeinträchtigten Kugel und Rollen, weshalb diese Mäuse regelmäßig gereinigt werden mussten. Optische Mäuse erfassen dagegen fortlaufend Bilder der Oberfläche und berechnen daraus die relative Bewegung.

  • Die Bewegung der Maus dreht eine gummierte Kugel.
  • Zwei rechtwinklig angeordnete Rollen übernehmen die Bewegung für X- und Y-Richtung.
  • Die Rollen drehen Loch- oder Schlitzscheiben.
  • Lichtschranken aus LED und Sensor erzeugen Impulsfolgen.
  • Die Elektronik bestimmt aus Reihenfolge und Anzahl der Impulse Richtung und Strecke und übermittelt sie an den Rechner.

Anschlüsse und Datenübertragung

TechnikEinordnung
RS-232Historische serielle Verbindung. Die Maus benötigte ein passendes Protokoll und häufig einen speziellen Treiber.
PS/2Historischer Mini-DIN-Anschluss für Tastatur und Maus. Bei älteren Systemen war das Anschließen während des Betriebs nicht vorgesehen.
USB HIDHeutiger Standard für kabelgebundene Tastaturen und Mäuse. Die USB-HID-Klasse beschreibt Eingabedaten so, dass Betriebssysteme meist generische Treiber verwenden können.
2,4-GHz-FunkDrahtlose Verbindung über einen herstellerspezifischen USB-Empfänger; häufig geringe Latenz.
BluetoothStandardisierte Funkverbindung ohne separaten Empfänger, sofern der Computer Bluetooth unterstützt.

Aufbau und Layout einer Tastatur

Computertastaturen besitzen zusätzlich zu Buchstaben und Ziffern Funktions-, Steuer-, Cursor- und häufig Ziffernblocktasten. Die konkrete Anordnung hängt von Sprache, Geräteklasse und Bauform ab. QWERTZ ist unter anderem im deutschsprachigen Raum verbreitet, QWERTY beispielsweise im englischsprachigen Raum.

Die IBM-MF2-Anordnung prägte moderne PC-Tastaturen: 101 Tasten in der US-Ausführung beziehungsweise 102 Tasten in vielen internationalen Ausführungen. Spätere Windows-Tastaturen ergänzten zwei Windows-Tasten und eine Menütaste und kamen damit typischerweise auf 104 beziehungsweise 105 Tasten. Medien-, Sleep-, Wake- und Power-Tasten können die Zahl weiter erhöhen.

Bauformen und Ergonomie

Ergonomische Eingabegeräte können Belastungen reduzieren, ersetzen aber keine passende Arbeitshöhe, regelmäßige Pausen und abwechslungsreiche Bewegungen. Das Karpaltunnelsyndrom besitzt mehrere mögliche Ursachen; eine Tastatur allein erklärt es nicht.

  • Inseltastatur: Zwischen den flachen Tasten liegen sichtbare Abstände; häufig bei Notebooks.
  • Kompakttastatur: Verzichtet beispielsweise auf den separaten Ziffernblock, um Platz zu sparen.
  • Einhandtastatur: Für besondere Arbeitsabläufe, Spiele oder barrierearme Bedienung.
  • Ergonomische beziehungsweise geteilte Tastatur: Soll eine neutralere Hand- und Unterarmhaltung unterstützen.
  • Großschrift- oder kontrastreiche Tastatur: Verbesserte Erkennbarkeit für Menschen mit eingeschränktem Sehvermögen.

Die Tastatur als persönliches Arbeitsmittel

Fachinformatiker arbeiten häufig über viele Stunden mit Tastatur und Maus. Die Tastatur ist deshalb kein beliebiges Zubehör, sondern ein täglich genutztes Arbeitsmittel. Layout, Größe, Neigung, Tastenform, Beschriftung und Schaltgefühl beeinflussen Komfort, Arbeitsfluss und langfristige Belastung.

Leitgedanke dieses Lernpfads ist: Wer dauerhaft an einem PC-Arbeitsplatz arbeitet, sollte die Möglichkeit erhalten, die Tastatur innerhalb der betrieblichen Rahmenbedingungen ergonomisch, optisch und tastentechnisch an die eigenen Bedürfnisse anzupassen. Das kann eine andere Baugröße, ein geteiltes Gehäuse, kontrastreiche Tastenkappen, eine bestimmte Schaltercharakteristik, Handballenauflage oder eine individuelle Tastenbelegung bedeuten.

Dabei handelt es sich nicht automatisch um einen uneingeschränkten gesetzlichen Anspruch auf jedes gewünschte Modell. Beschaffung, IT-Sicherheit, Barrierefreiheit, Reinigung und die Geräuschbelastung gemeinsam genutzter Räume müssen berücksichtigt werden. Die Arbeitsstättenverordnung verlangt jedoch, dass Form und Anschlag der Tasten zur Arbeitsaufgabe passen und eine ergonomische Bedienung ermöglichen. Eine begründete individuelle Auswahl ist daher fachlich sinnvoll.

  • Ergonomik: Bauform, Breite, Höhe, Neigung und Position sollen eine entspannte Hand- und Unterarmhaltung ermöglichen.
  • Schaltgefühl: Lineare, taktile oder klickende Schalter erzeugen unterschiedliche Kraftverläufe und Rückmeldungen.
  • Akustik: Klickende oder hart anschlagende Tastaturen können in Einzelbüros angenehm, in offenen Arbeitsbereichen aber störend sein.
  • Optik und Lesbarkeit: Farbe, Kontrast, Beleuchtung und Beschriftung dürfen die sichere Bedienung unterstützen und persönliche Identifikation ermöglichen.
  • Arbeitsaufgabe: Programmierung, Dokumentation, Administration, Dateneingabe und mobiles Arbeiten stellen unterschiedliche Anforderungen.

Bekannte Cherry-MX-Schalter im Vergleich

Bei Cherry-MX-Schaltern bezeichnet die Farbe des Schaltstößels eine bestimmte Charakteristik. Linear bedeutet einen gleichmäßigen Kraftverlauf ohne fühlbaren Druckpunkt. Taktile Schalter geben am Schaltpunkt eine spürbare Rückmeldung. Klickende Varianten ergänzen diese durch ein deutliches Geräusch.

Die Werte beziehen sich auf verbreitete aktuelle beziehungsweise klassische MX-Varianten. Einzelne Produktgenerationen und Sonderausführungen können abweichen. Vor einer Beschaffung ist ein praktischer Test aussagekräftiger als die Farbe allein.

Farbe und BezeichnungCharakteristikTypische Kraft / VorlaufEinordnung für den Arbeitsplatz
Rot – MX RedLinear, kein Klickca. 45 cN / 2,0 mmLeichtgängig und gleichmäßig. Für lange Eingaben angenehm, wenn kein fühlbarer Auslösepunkt benötigt wird.
Schwarz – MX BlackLinear, kein Klickca. 60 cN / 2,0 mmDeutlich höhere Federkraft. Kann unbeabsichtigte Eingaben reduzieren, ermüdet manche Nutzer aber schneller.
Braun – MX BrownTaktil, kein Klickca. 45 cN; Druckpunkt ca. 55 cN / 2,0 mmSpürbare Rückmeldung bei vergleichsweise zurückhaltender Akustik. Häufig ein Kompromiss für Schreiben und allgemeine PC-Arbeit.
Blau – MX BlueTaktil und hörbar klickendmittlere Kraft / etwa 2,2 mmSehr deutliche akustische und haptische Rückmeldung. Für Einzelarbeitsplätze geeignet, in gemeinsam genutzten Räumen möglicherweise störend.
Silber – MX Speed SilverLinear, kein Klickca. 45 cN / etwa 1,2 mmKurzer Vorlauf für eine frühe Auslösung. Reagiert schnell, kann bei ungeübter Nutzung aber leichter Fehleingaben erzeugen.
Silent RedLinear und gedämpftca. 45 cN / etwa 1,9 mmLeichtgängige, geräuschreduzierte Variante für ruhige Büroumgebungen oder Audio- und Videokonferenzen.
Grün – MX GreenTaktil und hörbar klickendca. 80 cN / etwa 2,2 mmKräftiger als MX Blue. Sehr deutliches Feedback, aber für lange Schreibarbeit nicht für jede Person geeignet.
Clear – MX ClearTaktil, kein Klickca. 65 cN / 2,0 mmKräftigere taktile Alternative zu MX Brown für Nutzer, die einen deutlichen Druckpunkt ohne Klickgeräusch bevorzugen.

Tastentechniken

  • Mechanische Schalter: Jede Taste besitzt einen eigenen Schalter, beispielsweise Varianten der Cherry-MX-Familie. Schaltgefühl, Betätigungskraft und Geräusch unterscheiden sich.
  • Rubberdome: Eine Gummimatte erzeugt Rückstellkraft und schließt beim Drücken einen Kontakt. Diese Technik ist kostengünstig und weit verbreitet.
  • Hall-Effekt-Schalter: Erfassen die Position berührungslos über ein Magnetfeld und erlauben je nach Tastatur einen einstellbaren Auslösepunkt.
  • Piezoelektrische Schalter: Nutzen eine durch mechanischen Druck erzeugte elektrische Ladung und kommen eher in Spezialanwendungen vor.

Tastenmatrix und Entprellung

Die Tasten sind typischerweise als Matrix aus Zeilen und Spalten verschaltet. Ein Mikrocontroller tastet die Leitungen ab, erkennt geschlossene Kontakte, entprellt das Signal und sendet einen Tastencode an den Rechner. Dioden können verhindern, dass bei mehreren gleichzeitig gedrückten Tasten unerwünschte Phantomtasten entstehen.

ASCII, Zeichencodes und Tastatureingaben

ASCII steht für American Standard Code for Information Interchange. Der ursprüngliche Standard ist ein 7-Bit-Code mit 128 Werten von 0 bis 127. Die Werte 0 bis 31 sowie 127 sind Steuerzeichen; 32 ist das Leerzeichen. Druckbare lateinische Buchstaben, Ziffern und Satzzeichen liegen im Bereich 32 bis 126.

Das Beispiel H besitzt den Dezimalwert 72, den Hexadezimalwert 48 und die Binärdarstellung 01001000. Ein oft sogenannter „erweiterter ASCII-Bereich“ von 128 bis 255 ist nicht einheitlich: Verschiedene 8-Bit-Codepages ordnen dort unterschiedliche Zeichen zu. Moderne Systeme verwenden überwiegend Unicode, meist in einer Kodierung wie UTF-8.

Eine Tastatur übermittelt zunächst Tasten- beziehungsweise HID-Codes. Welches Zeichen daraus entsteht, bestimmen Betriebssystem, gewähltes Tastaturlayout, Zusatztasten wie Umschalt oder Alt Gr und die verwendete Software.

Quellen zur fachlichen Prüfung

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